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Somalia: Renowned Somali Musician Dies...
Famous Somali soul singer Seynab Haji Ali commonly known as Bahsan has passed away in Mogadishu today after a long illness.
She died at the age of 90.
Acting Minister of Information of the Federal Government of Somalia Mohamed Abdi Maareye confirmed the death of Seynab Haji Ali Bahsan.
"I have just learned that the famous musician Seynab Ali Baxsan has died," he said in a statement.
UN envoy and Somalia's PM discuss priorities in Mogadishu
Acting Finance minister Participates in a video conference meeting with World Bank
IGAD Calls for Immediate Action on Risks Posed by Oil Tanker In Red Sea
Also, the prime minister of the federal republic of Somalia Mohamed Hussein Roble sent his heartfelt condolences to the family and the people in a Twitter post.
"I extend my condolences to her family and the Somali people on the death of National Singer Zeinab Haji Ali (Bahsan). Bahsan has played a major role in the country's independence, nation-building and the revitalization of our culture, may the almighty have mercy on her,"
Seynab Haji Ali Bahsan was one of the few artists who has not left Mogadishu since the collapse of the government in 1991.
Politik und Popkultur
Der Wahlberliner Reinhard Kleist gehört zu den eifrigsten und erfolgreichsten deutschen Comic-Zeichnern und Illustratoren. Seine Comics handeln von außergewöhnlichen Persönlichkeiten in der Politik, im Sport und in der Popkultur – und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Von Matthias Schneider
Die Sportlerin Samia Yusuf Omar träumte davon, im Sommer 2012 bei den Olympischen Spielen in England anzutreten. Doch sie ertrank Anfang April 2012 vor der Küste Maltas auf der Flucht aus ihrer Heimat Somalia: Dort bedrohten sie Islamisten, die sportliche Aktivitäten von Frauen verurteilen.Der Zeichner Reinhard Kleist erzählt die Geschichte von Samia Yusuf Omar in Der Traum von Olympia (2015) – ein Comic, der bewegt und aufrüttelt. Denn Kleist schildert drastisch das Leid, das Geflüchteten auf dem Weg nach Europa widerfährt. Und er hoffe, schreibt Kleist im Vorwort, mit dem Comic „unser Bewusstsein dafür wachzuhalten, dass sich hinter den Randnotizen der Medien zur Flüchtlingspolitik Schicksale und hinter den abstrakten Zahlen Menschenleben verbergen“. Für den Comic erhielt Kleist im Jahr 2016 den Kinder- und Jugendliteraturpreis „Jahresluchs“ und den katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis.
Fantastische und surrealistische Biografien
Kleists Werk ist vielfältig: Neben hochpolitischen Themen wie diesem widmet er sich auch der Popkultur. So zeichnete Kleist Comic-Biografien der Sänger Johnny Cash und Nick Cave. Bei beiden verwendete er den Kunstgriff, Biografisches mit fantastischen und surrealistischen Elementen zu verweben. Die ausdrucksstarken Schwarz-weiß-Bilder Kleists sind geprägt von einem expressiven Strich – und damit wie geschaffen für Nick Caves Erscheinungsbild: seinen eng geschnittenen Anzug, seine schmale Krawatte, seine zurückgegelten Haare. Kleist erzählt in Nick Cave. Mercy on me (2017) die Geschichte des Sängers aus zwei Perspektiven – aus der Sicht seiner Wegbegleiter, und aus der Sicht der Protagonisten seiner Songtexte. Da sind die wichtigsten Stationen im Leben des Sängers: wie sein Vater ihm zu Hause zum Einschlafen Dostojewski und Shakespeare vorliest, wie er später Sänger der Punkband Birthday Party wird, wie er schließlich nach Berlin zieht und dort die Band The Bad Seeds gründet – gemeinsam unter anderem mit Blixa Bargeld, dem Sänger der Einstürzenden Neubauten. Kleist erzählt diesen Werdegang so, wie er ist – vielschichtig, aufwühlend –, löst sich aber auch immer wieder von der Biografie Caves und wagt einen Blick in den Abgrund seiner Songtexte. Im Jahr 2006 – dem Jahr, in dem mit Walk the Line die Filmbiografie Johnny Cashs in den deutschen Kinos anlief – veröffentlichte Reinhard Kleist die Comic-Biografie des Sängers: Cash – I See a Darkness. Darin wendet sich Kleist einer Facette Johnny Cashs zu, die für die Hollywood-Liebesgeschichte uninteressant war: seiner dunklen Seite. In ausdrucksstarken und cineastischen Bildern erzählt Kleist die Höhen und Tiefen des „Man in Black“, seine Erfolge und Abstürze – ausgelöst durch Drogen- und Alkoholexzesse. Auch im Comicband Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft (2012), für den er 2013 den Jugendbuchpreis erhielt, setzt Kleist sich intensiv mit einer Biografie auseinander: mit der des jüdischen Boxers Hertzko Haft, der dem Holocaust nur entging, weil er in einem Außenlager von Auschwitz zur Unterhaltung der Nationalsozialisten auf Leben und Tod gegen Mithäftlinge kämpfte. In Zusammenarbeit mit Hafts Sohn hat Kleist den Lebensbericht des Vaters in eine grafische Erzählung verwandelt, die das Grauen subtil vermittelt und einen Sog entfaltet, dem sich kaum einer entziehen kann. Das Buch, das zunächst als Fortsetzungsgeschichte in der Tageszeitung Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien, wurde inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt und findet aufgrund seiner Thematik und Darstellungsform im Ausland großen Anklang.


Foto (Zuschnitt): © Berlinoir triologie. Scherbenmund, Mord!, Narbenstadt, Edition 52, 2003-2008
Reinhard Kleist: Berlinoir triologie. Scherbenmund, Mord!



Foto (Zuschnitt): © Havanna. A cuban journey, Carlsen Verlag, 2008
Reinhard Kleist: Havanna. A cuban journey



Foto (Zuschnitt): © Havanna. A cuban journey, Carlsen Verlag, 2008
Reinhard Kleist: Havanna. A cuban journey



Foto (Zuschnitt): © Castro, Carlsen Verlag, 2010
Reinhard Kleist: Castro



Foto (Zuschnitt): © Castro, Carlsen Verlag, 2010
Reinhard Kleist: Castro



Foto (Zuschnitt): © Der Boxer, Carlsen Verlag, 2012
Reinhard Kleist: Der Boxer



Photo (detail): © Der Boxer, Carlsen Verlag, 2012
Reinhard Kleist: Der Boxer



Foto (Zuschnitt): (c) Reinhard Kleist, Nick Cave And The Bad Seeds, Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2017
Reinhard Kleist: Nick Cave And The Bad Seeds



Foto (Zuschnitt): (c) Reinhard Kleist, Nick Cave And The Bad Seeds, Carlsen Verlag, Hamburg 2017
Reinhard Kleist: Nick Cave And The Bad Seeds



Foto (Zuschnitt): (c) Reinhard Kleist, Nick Cave And The Bad Seeds, Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2017
Reinhard Kleist: Nick Cave And The Bad Seeds



Foto (Zuschnitt): (c) Reinhard Kleist, Der Traum von Olympia, Carlsen Verlag Hamburg, 2015
Reinhard Kleist: Der Traum von Olympia

Von Kritikern gelobt, vom Publikum spät entdeckt
Reinhard Kleist erhielt bereits für sein Debüt Lovecraft (1994), das er während seines Grafik- und Designstudiums entwickelte und entwarf, den begehrten Max-und-Moritz-Preis des Erlanger Comic-Salons. Die Jury war gefesselt von der fantastischen und unheimlichen Geschichte um einen Comic-Zeichner, der während seiner Arbeit an der Biografie eines amerikanischen Horrorschriftstellers mit übersinnlichen Ereignissen konfrontiert wird. Die ausgefeilte Seitenarchitektur, mit der Kleist seine malerischen Comic-Bilder in Szene setzt, tat ihr Übriges. Ein neuer Star der deutschen Comic-Szene schien gefunden. Doch während die Kritiker und Comic-Kenner sein Werk in den höchsten Tönen lobten, sollten sich seine Publikationen als zu sperrig und unkonventionell für große Käuferschichten erweisen. Das hat sich inzwischen geändert. Kleist fand in der Literatur von H. P. Lovecraft, Clive Barker und Oscar Wilde die Inspirationen für den Inhalt sowie für die expressiven Farb- und Formgestaltungen seiner Comics. Aus Wildes Das Bildnis des Dorian Gray und Barkers Menschliche Überreste amalgamierte Kleist das Nachfolgealbum Dorian (1996) und in Das Grauen im Gemäuer (2002) interpretiert er in beispiellosen Schwarz-Weiß-Bildern Kurzgeschichten von Lovecraft. Am Anfang seiner Comic-Karriere arrangierte Kleist mit Vorliebe seine skurrilen und morbiden Erzählungen an apokalyptischen, urbanen Schauplätzen. Die Hintergründe seiner Berlinoir-Serie (zusammen mit Tobias O. Meissner) sind Kulissen und Drehorten der Filme Metropolis, Das Kabinett des Dr. Caligari, Der dritte Mann oder Blade Runner nachempfunden. In der Trilogie projektiert Kleist eine finstere Zukunftsvision der Stadt Berlin, über die eine meuchelmordende Heerschar von Vampiren herrscht. Nur ein paar wenige Rebellen trauen sich, sich gegen die Tyrannen aufzulehnen und führen einen hoffnungslosen Partisanenkrieg im Untergrund. Berlinoir ist ein Glanzstück des fantastischen Comics und zugleich eine bitterböse Politparabel auf gesellschaftliche Begebenheiten in der Metropole.Aus einzelnen Epochen des vergangenen Jahrtausends regeneriert Kleist ein verwirrendes, retrofuturistisches Flickwerk der Zeitgeschichte, in dem es von ästhetischen und politischen Zitaten vom Arbeiterkampf, Faschismus und DDR-Sozialismus bis hin zum Kapitalismus nur so wimmelt. Mit seinen utopischen Comics reagiert Kleist auf wahre Begebenheiten und zeichnet ein vielschichtiges und demaskierendes Porträt der Gesellschaft. Doch Kleist verarbeitet in seinen Comics nicht nur historische Figuren und Ereignisse, sondern auch eigene Eindrücke und Erlebnisse. Im März 2008 reiste er für vier Wochen nach Kuba, um sich ein eigenes Bild von dem Land und seinen Menschen zu machen. In Skizzen, malerischen Illustrationen und Comic-Episoden fängt Kleist die Stimmungen in den Straßen Havannas und die Lebenssituation der Landbevölkerung ein.Havanna – Eine kubanische Reise (2008) ist ein Reisetagebuch. Kleist ist sich durchaus darüber bewusst, dass er während seines kurzen Aufenthalts nicht mehr als nur einen oberflächlichen Einblick in die Kultur und Gesellschaft Kubas erhalten kann. Seine Zeichnungen sind zwar nicht völlig frei von Klischees, dennoch ist seit der Rückkehr seine Meinung über Kuba differenzierter, gerade mit Blick auf die gesellschaftliche Situation in Deutschland.
Kalenderblatt 2020: 18. Oktober
Berlin -
Das aktuelle Kalenderblatt für den 18. Oktober 2020:42. Kalenderwoche, 292. Tag des JahresNoch 74 Tage bis zum JahresendeSternzeichen: WaageNamenstag: Mono, Lukas, GwennHISTORISCHE DATEN2019 - Der Bundestag verabschiedet Neuregelungen bei der Grundsteuer. Die Steuerhöhe soll sich vor allem am Wert der Grundstücke und Gebäude orientieren. Die Länder können selbst entscheiden, ob sie so verfahren. Der Bundesrat stimmt am 8. November zu.2019 - Trotz Kritik an seinem harten Modernisierungskurs wird CSU-Parteichef Markus Söder auf dem Parteitag in München mit 91,3 Prozent im Amt bestätigt.2010 - Chinas Vizepräsident Xi Jinping wird als Vizechef in die mächtige Militärkommission befördert. Das unterstreicht den Status des „Kronprinzen” als voraussichtlichen Nachfolger von Staats- und Parteichef Hu Jintao.2000 - Der amerikanische Kongress beschließt, die Sanktionen gegen Kuba zu lockern. Ausgenommen sein sollen in Zukunft Lebensmittel und Medikamente.1982 - Beginn der Tenniskarriere von Steffi Graf (Eintrag als Profispielerin bei der WTA)1977 - Die Antiterroreinheit GSG 9 des Bundesgrenzschutzes stürmt in Mogadischu (Somalia) die seit dem 13. Oktober entführte Lufthansa-Maschine „Landshut” und befreit die Geiseln.1865 - In Leipzig wird der erste Allgemeine Deutsche Frauenverein (ADF) gegründet.1685 - Mit dem Edikt von Fontainebleau entzieht König Ludwig XIV. Frankreichs reformierter Kirche die rechtliche Grundlage und treibt über 200.000 Hugenotten in die Flucht.1356 - Ein Erdbeben der Stärke 6,6 erschütterte die Stadt Basel. Häuser stürzen ein, Brände brechen aus. Je nach Quelle sterben zwischen 100 und 2000 Menschen.GEBURTSTAGE1984 - Freida Pinto (36), indische Schauspielerin, („Slumdog Millionär”)1968 - Michael Stich (52), deutscher Tennisspieler, Wimbledon-Gewinner 1991, Sportler des Jahres 1991, Olympiasieger zusammen mit Boris Becker im Herren-Doppel in Barcelona 19921962 - Iris Hanika (58), deutsche Schriftstellerin („Treffen sich zwei”, „Echos Kammern”)1960 - Jean-Claude Van Damme (60), belgischer Schauspieler („Bloodsport”, „Harte Ziele”, „Der Legionär”)1920 - Melina Mercouri, griechische Schauspielerin („Stella”, „Sonntags nie”, „Topkapi”), Sängerin und Politikerin, Kulturministerin Griechenlands 1981-1989 und 1993-94, gest. 1994, (nach früheren Angaben 1925 geboren)TODESTAGE2010 - Joachim Herz, deutscher Opernregisseur und Opernintendant, Chefregisseur der Staatsoper Dresden 1981-1991, Intendant der Komischen Oper Berlin 1976-1981, Direktor der Oper Leipzig 1959-1976, geb. 19241990 - Heinz-Oskar Vetter, deutscher Gewerkschaftspolitiker, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) 1969-1982, Mitglied des Europaparlaments 1979-1989, geb. 1917© dpa-infocom, dpa:201005-99-825543/2 (dpa)
Weltstatistiktag am 20. Oktober - Knapp...
Knapp 80 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, doch die notwendigen Hilfsmaßnahmen sind dramatisch unterfinanziert, kritisiert die UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn. Ein aktueller Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR) dokumentiert, dass gerade mal rund 50% der benötigten finanziellen Mittel vorhanden sind. Zehn Programme sind davon besonders betroffen, bei vielen musste die Arbeit des UNHCR teilweise bereits eingestellt werden, weil nicht ausreichend Finanzmittel zur Verfügung standen, u.a. im Südsudan, Somalia oder Syrien. Als Konsequenz haben viele geflüchtete Menschen keinen Zugang zu der oft lebensrettenden Hilfe des UNHCR mehr. Dabei verschärfen die Corona-Pandemie und die kommenden Wintermonate die Situation von Geflüchteten weltweit.„Für die Menschen hinter den Statistiken ist die Entwicklung verheerend: die Flüchtlingszahlen steigen extrem, die Finanzierung dagegen nicht. Wir dürfen die Flüchtlinge nicht sich selbst überlassen“, fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des UN-Flüchtlings-hilfswerk (UNHCR).Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Konflikten, Kriegen, Verfolgungen und Menschenrechtsverletzungen vertrieben wurden, hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Waren es 2009 noch knapp über 43 Millionen Menschen, so sind es jetzt fast doppelt so viele: 79,5 Millionen.  Das notwendige Budget des UNHCR um diesen Menschen zu helfen beläuft sich auf 9,1 Milliarden Dollar, wobei bis Ende August 2020 jedoch nur Mittel in Höhe rund 4,5 Milliarden Dollar zur Verfügung standen - insgesamt weist das Budget des UNHCR eine Finanzierungslücke von 51% auf.Besonders dramatisch ist die Situation im Südsudan: Dort ist die Arbeit des UNHCR nur zu 33% finanziert. Rund 2,3 Millionen Menschen sind in umliegende Länder geflohen, 1,6 Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Dieses niedrige Finanzierungsniveau hat den UNHCR bei seinen Einsätzen im Südsudan und in den Nachbarländern bereits gezwungen, Programme in Bereichen wie Gesundheit, Lebensunterhalt und Infrastruktur zu kürzen, weitere Kürzungen werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 erwartet.Mehr Informationen unter: uno-fluechtlingshilfe.de
Deutscher Afrika-Preis 2020 geht ans...
Obwohl erst 30 Jahre alt, sei Ilwad Elman bereits eine führende Stimme im somalischen Friedensprozess und international gefragte Expertin für Konfliktlösung, begründete die Stiftung ihre Wahl Elmans aus etwa 30 Kandidatinnen und Kandidaten.  In Somalia geboren, musste Ilwad Elman bereits als Zweijährige an der Seite ihrer Mutter aus dem Land fliehen und wuchs in Kanada auf. Ihr Vater Elman Ali Ahmed, ein Elektroingenieur, hatte im bürgerkriegsgeplagten Somalia bereits ein Rehabilitions- und Berufsbildungsnetzwerk für Kindersoldaten und Waisen aufgebaut und blieb im Land zurück.1996 wurde er ermordet. Das Erbe des Vaters Dennoch entschied sich die 19-jährige Elman 2010, das Werk ihres Vaters gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Schwestern vor Ort gegen alle Widerstände fortzuführen und auszubauen. Binnen zehn Jahren baute sie gemeinsam mit ihrer Mutter Fartuun Adan das Elman Peace Center auf - ein effizientes Netzwerk mit heute 172 Mitarbeitern und acht regionalen Filialen. "Ich freue mich sehr über die Anerkennung aus Deutschland", sagte Ilwad Elman der Deutschen Welle in einer ersten Reaktion. "Der Preis ist eine große Ermutigung für unser Team. Er ist wichtig, weil gerade Deutschland in vielen Projekten für uns ein verlässlicher und nachhaltiger Partner ist". Bei ihrer Rückkehr aus Kanada 2010 fand sie sich inmitten eines zerrütteten und gescheiterten Staats wieder, der der grassierenden humanitären Krise kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Weite Teile des Landes und auch der Hauptstadt Mogadischu wurden von der fundamentalistischen Al-Shabaab-Miliz beherrscht. Ilwad Elman sah nicht nur das Vermächtnis ihres Vaters bedroht, sondern erkannte auch viele andere gravierende Fehlentwicklungen. "Gewalt gegen Frauen und Mädchen war an der Tagesordnung, Kinderehen gesellschaftlich akzeptiert. Die konservative somalische Gesellschaft tolerierte das, die politische Elite hat es sogar offen geleugnet." Stark für Jobs und gegen Straffreiheit Das Fundament ihres Vaters, der sich vor allem der Resozialisierung von Kindersoldaten und Bürgerkriegswaisen gewidmet hatte, baute sie gemeinsam mit ihrer Mutter gezielt aus. Ilwad Elman verantwortet unter anderem das viel beachtete Bildungsprogramm "Drop the gun, pick up the pen, ("Legt die Waffen nieder, greift zum Füller"), das bereits Tausenden Jugendlichen eine Rückkehr ins zivile Leben geebnet hat. Das Programm, das neben modernen Therapiemethoden auch kostenlose Handwerkerlehren umfasst, ist wegen seines Erfolgs und innovativer Finanzierungsmodelle mittlerweile auf Mali und die gesamte Tschadsee-Region ausgeweitet worden. Elman Peace setzt sich dafür ein, Frauen bessere Perspektiven zu geben und sexuelle Gewalt zu ächten Mit ihrer Organisation "Sister Somalia" schuf Elman zudem die erste Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt in Somalia. Dass sich dort täglich bis zu 40 vergewaltigte Frauen melden, zeigt, wie dramatisch die Lage ist. Ihre Lobbyarbeit blieb nicht erfolglos: So verabschiedete das Kabinett 2018 zum ersten Mal in der Geschichte Somalias ein Gesetz, das sexuelle Gewalt unter Strafe stellt. Allerdings wird es seither vom Parlament verschleppt und soll aktuell durch eine deutlich abgeschwächte Variante ersetzt werden, die Kritiker als Verhöhnung der Opfer bewerten. "Ein anderes Somalia" Im Privaten musste Ilwad Elman vor wenigen Monaten einen besonders tragischen Schicksalsschlag hinnehmen. Im November wurde ihre Schwester Almaas unter ungeklärten Umständen in Mogadischu erschossen - angeblich von einer verirrten Kugel. Die Ermittlungen scheinen im Sande zu verlaufen, womöglich wird der Mörder nie gefasst. Dennoch hätten sich ihre Mutter und sie nach reiflicher Überlegung entschlossen, in Somalia zu bleiben, sagte Elman der DW. "Unsere humanitäre Arbeit für Frieden, Versöhnung und Chancengleichheit fortzusetzen, ist für uns der beste Weg, Almaas' Vermächtnis zu ehren". Ihr sei sehr bewusst, dass sie eine Vorbildrolle habe. "Somalia ist ein junges Land, drei Viertel der Bevölkerung sind jünger als 30 Jahre. Und die meisten meiner Follower sind Mädchen und junge Frauen. Sie wollen in einem anderen Somalia leben und eine Zukunft haben". Ein Gesetzentwurf gegen sexuelle Gewalt wurde von Präsident Mohamed Abdullahi Farmajos Kabinett ins Parlament eingebracht Längst ist Ilwads Expertise auch außerhalb des Horns von Afrika gefragt. Sie ist eines von zehn Mitgliedern der "Extremely Together Initiative" der Kofi Annan Foundation, die gewalttätigen Extremismus bekämpft, seit 2018 war sie zudem für zwei Jahre als jüngste Beraterin des Peacebuilding-Fonds der Vereinten Nationen tätig. Die Afrikanische Union wählte sie im gleichen Jahr zur "inspierendsten jungen Frau Afrikas"; 2019 wurde sie von den Africa Youth Awards zu den 100 einflussreichsten jungen Afrikanern gezählt, mehrfach für den Friedensnobelpreis gehandelt.  Der Deutsche Afrika-Preis Zu den bisherigen Ehrungen tritt jetzt die Auszeichnung durch die Deutsche Afrika Stiftung. Seit 1993 vergibt sie den Deutschen Afrika-Preis an herausragende Persönlichkeiten des afrikanischen Kontinents, die sich für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen. Wenngleich undotiert, gilt der Afrika-Preis als höchste Auszeichnung seiner Art in Deutschland. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch eine unabhängige Jury und soll zu einem differenzierten Afrikabild beitragen. Im vergangenen Jahr wurde die kenianische IT-Pionierin und Sozialunternehmerin Juliana Rotich geehrt. Weitere Preisträger sind Botsuanas Ex-Präsident Ketumile Masira, das somalische Ex-Model Waris Dirie und der tunesische Gewerkschaftsführer Houcine Abassi. Die Deutsche Afrika Stiftung wird vom Auswärtigen Amt gefördert.
Somalia an Ostafrika zielt offiziell...

D’Donkelziffer dierft awer an den Dausende leien, warne Korrespondenten am Land. E systematescht Testen, Isoléieren an en Tracing existéieren net.
Virun allem an de ville Flüchtlingslager a Somalia steet den Internationale Comité vum Roude Kräiz viru groussen Erausfuerderungen.D’Schätzung vun e puer honnertdausend positiven Infektiounen um afrikanesche Kontinent ass net realistesch. Däers ass sech och d’Rout Kräiz bewosst. A Somalia awer ass d’Situatioun nach eng ganz aner. De Gesondheetssystem am Land läit no 3 Joerzéngte vun arméiertem Konflikt brooch. Och ënnert normale Konditioune wier et déi gréisst-méiglech Erausfuerderung, fir déi zéngdausenden Awunner duerchzebréngen, déi forcéiert waren, hiert Heem ze verloossen an elo intern am Land a Lager deplacéiert sinn."Mir maachen eis Suergen, dass vill COVID-Fäll net detektéiert ginn, speziell an de Flüchtlingslager. Wéinst de permanente Konflikter hei a Somalia an och den Iwwerschwemmungen elo klëmmt d’Zuel vun de Flüchtlingen an d’Leit gi méi an d’Stied an domat entsteet dat perfekt Ëmfeld fir eng Infektiounskrankheet. Dozou zielt COVID, mee net nëmmen. Akuten Duerchfall a Riedele krute mer och elo schonn an de Klinicke gemellt.", esou d'Ana Maria Guzman, ICRC Mogadishu.De Manktem un Hygiène an de Lager ass keen Ëmfeld, fir och nach eng sanitär Kris ze geréieren. Fir déi zwee Männer mat hire manuellen Desinfektiounsmëttel-Pompelen ass et eng Sisyphusaarbecht sonnergläichen."Et kommen ëmmer méi Leit hei an d’Lager. Verschiddener hunn Hütten, déi aner schlofen dobaussen. Wann de Reen bis kënnt, hu se keng Plaz méi, wou se kënne goen. Si hunn dann och keng Decken an näischt z’iessen.", esou d'Habiba Haji, ee Flüchtling.Nieft Syrien a Jemen ass Somalia humanitär déi wuel gréissten Erausfuerderung den Ament. De Coronavirus ass just nach eng Péng weider. Eleng de Kontakt-Tracing, wéi en anerwäerts méiglech ass, funktionéiert net a Somalia, well déi potentiell Infizéiert keng fest Adressen hunn oder kee mobillen Telefon.
Fun Top Fun Somalia, Mogadishu
Fun Top Fun Somalia - Mogadishu | Tripadvisor
Mogadishu, SomaliaInformationen zu Fun Top Fun SomaliaWir sind ein Team von professionellen lokalen Guides. Wir haben mehr als 10 Jahre Erfahrung im Tourismus. Wir unterstützen Initiativen und organisieren die Wettbewerbe. Wir bieten ein Online-Praktikum für die Studenten an. Unsere Mission ist es, positive Emotionen und Wissen zu vermitteln.BewertungenErhalten Sie schnell AntwortenStellen Sie anderen Reisenden und Managern von Sehenswürdigkeiten Ihre wichtigsten Fragen.Frage stellenDiese Website verwendet Cookies, um Ihr Benutzererlebnis zu verbessern, die Sicherheit der Seite zu verstärken und Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren oder Ihre Einstellungen zu ändern. Indem Sie mit dem Besuch der Website fortfahren, stimmen Sie unserer Nutzung von Cookies zu.
Al-Schabab - Islamisten aus Somalia -...
Ein Großteil der Afrikaner, die politisches Asyl in Europa erhalten, stammt aus Eritrea. Es ist das einzige Herkunftsland, dessen Anerkennungsquote ähnlich hoch ist wie die von Syrern. Jetzt gibt es Streit, ob das berechtigt ist. Christian Putsch
Basketballerinnen in Somalia Mutige...
Hinter hohen Mauern versteckt, gehen die Frauen im somalischen Mogadischu ihrer Leidenschaft nach, dem Basketball. Sie müssen sich schützen, nicht nur vor neugierigen Blicken sondern auch vor Attacken. Doch die mutigen sportbegeisterten Frauen wehren sich.Der Basketballplatz liegt direkt neben einer Polizeistation. Man könnte meinen, dass sich die Frauen hier besonders sicher fühlen können, doch die sind oft Ziel von Anschlägen der islamistischen Terrororganisation Al-Shabab, einem Ableger von Al-Quaida. Trotz der Angst vor Angriffen spielen sie weiter und hoffen, dass es irgendwann, in naher Zukunft, Frauen-Basketball-Teams in ganz Somalia gibt.
Türkisches Unternehmen betreibt Hafen...

16.10.2020 7:54 Uhr Das türkische Unternehmen Albayrak hat in Somalia einen 14-Jahres-Vertrag über den Betrieb und die Sanierung des Hafens der Hauptstadt Mogadischu unterzeichnet, berichteten lokale Medien am 12. Oktober."Der türkische Hafenbetreiber Albayrak und die somalische Regierung haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die dem Unternehmen für die nächsten 14 Jahre die Verwaltung des Hafens zusichert", so ein somalischer Beamte.Türkei unterstützt SomaliaDer Unterzeichnung des Vertrags waren tagelange Verhandlungen zwischen den beiden Parteien vorausgegangen. Das türkische Unternehmen wolle Somalia bei der Sanierung des Hafens helfen. Außerdem seien Investitionen geplant, so die Ministerin für Häfen, Mariam Aweys Jama.Die Türkei unterhält in Somalia über ihre Agentur für Zusammenarbeit und Koordinierung (TIKA) diverse Entwicklungsprojekte. Beispielsweise baute die Türkei ein Forschungskrankenhaus und den internationalen Flughafen Aden Adde in Mogadischu wieder auf.(an)
Somalia - Politik - WELT
Ein Großteil der Afrikaner, die politisches Asyl in Europa erhalten, stammt aus Eritrea. Es ist das einzige Herkunftsland, dessen Anerkennungsquote ähnlich hoch ist wie die von Syrern. Jetzt gibt es Streit, ob das berechtigt ist. Christian Putsch
Politik und Popkultur
Der Wahlberliner Reinhard Kleist gehört zu den eifrigsten und erfolgreichsten deutschen Comic-Zeichnern und Illustratoren. Seine Comics handeln von außergewöhnlichen Persönlichkeiten in der Politik, im Sport und in der Popkultur – und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Von Matthias Schneider
Die Sportlerin Samia Yusuf Omar träumte davon, im Sommer 2012 bei den Olympischen Spielen in England anzutreten. Doch sie ertrank Anfang April 2012 vor der Küste Maltas auf der Flucht aus ihrer Heimat Somalia: Dort bedrohten sie Islamisten, die sportliche Aktivitäten von Frauen verurteilen.Der Zeichner Reinhard Kleist erzählt die Geschichte von Samia Yusuf Omar in Der Traum von Olympia (2015) – ein Comic, der bewegt und aufrüttelt. Denn Kleist schildert drastisch das Leid, das Geflüchteten auf dem Weg nach Europa widerfährt. Und er hoffe, schreibt Kleist im Vorwort, mit dem Comic „unser Bewusstsein dafür wachzuhalten, dass sich hinter den Randnotizen der Medien zur Flüchtlingspolitik Schicksale und hinter den abstrakten Zahlen Menschenleben verbergen“. Für den Comic erhielt Kleist im Jahr 2016 den Kinder- und Jugendliteraturpreis „Jahresluchs“ und den katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis.
Fantastische und surrealistische Biografien
Kleists Werk ist vielfältig: Neben hochpolitischen Themen wie diesem widmet er sich auch der Popkultur. So zeichnete Kleist Comic-Biografien der Sänger Johnny Cash und Nick Cave. Bei beiden verwendete er den Kunstgriff, Biografisches mit fantastischen und surrealistischen Elementen zu verweben. Die ausdrucksstarken Schwarz-weiß-Bilder Kleists sind geprägt von einem expressiven Strich – und damit wie geschaffen für Nick Caves Erscheinungsbild: seinen eng geschnittenen Anzug, seine schmale Krawatte, seine zurückgegelten Haare. Kleist erzählt in Nick Cave. Mercy on me (2017) die Geschichte des Sängers aus zwei Perspektiven – aus der Sicht seiner Wegbegleiter, und aus der Sicht der Protagonisten seiner Songtexte. Da sind die wichtigsten Stationen im Leben des Sängers: wie sein Vater ihm zu Hause zum Einschlafen Dostojewski und Shakespeare vorliest, wie er später Sänger der Punkband Birthday Party wird, wie er schließlich nach Berlin zieht und dort die Band The Bad Seeds gründet – gemeinsam unter anderem mit Blixa Bargeld, dem Sänger der Einstürzenden Neubauten. Kleist erzählt diesen Werdegang so, wie er ist – vielschichtig, aufwühlend –, löst sich aber auch immer wieder von der Biografie Caves und wagt einen Blick in den Abgrund seiner Songtexte. Im Jahr 2006 – dem Jahr, in dem mit Walk the Line die Filmbiografie Johnny Cashs in den deutschen Kinos anlief – veröffentlichte Reinhard Kleist die Comic-Biografie des Sängers: Cash – I See a Darkness. Darin wendet sich Kleist einer Facette Johnny Cashs zu, die für die Hollywood-Liebesgeschichte uninteressant war: seiner dunklen Seite. In ausdrucksstarken und cineastischen Bildern erzählt Kleist die Höhen und Tiefen des „Man in Black“, seine Erfolge und Abstürze – ausgelöst durch Drogen- und Alkoholexzesse. Auch im Comicband Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft (2012), für den er 2013 den Jugendbuchpreis erhielt, setzt Kleist sich intensiv mit einer Biografie auseinander: mit der des jüdischen Boxers Hertzko Haft, der dem Holocaust nur entging, weil er in einem Außenlager von Auschwitz zur Unterhaltung der Nationalsozialisten auf Leben und Tod gegen Mithäftlinge kämpfte. In Zusammenarbeit mit Hafts Sohn hat Kleist den Lebensbericht des Vaters in eine grafische Erzählung verwandelt, die das Grauen subtil vermittelt und einen Sog entfaltet, dem sich kaum einer entziehen kann. Das Buch, das zunächst als Fortsetzungsgeschichte in der Tageszeitung Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien, wurde inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt und findet aufgrund seiner Thematik und Darstellungsform im Ausland großen Anklang.


Foto (Zuschnitt): © Berlinoir triologie. Scherbenmund, Mord!, Narbenstadt, Edition 52, 2003-2008
Reinhard Kleist: Berlinoir triologie. Scherbenmund, Mord!



Foto (Zuschnitt): © Havanna. A cuban journey, Carlsen Verlag, 2008
Reinhard Kleist: Havanna. A cuban journey



Foto (Zuschnitt): © Havanna. A cuban journey, Carlsen Verlag, 2008
Reinhard Kleist: Havanna. A cuban journey



Foto (Zuschnitt): © Castro, Carlsen Verlag, 2010
Reinhard Kleist: Castro



Foto (Zuschnitt): © Castro, Carlsen Verlag, 2010
Reinhard Kleist: Castro



Foto (Zuschnitt): © Der Boxer, Carlsen Verlag, 2012
Reinhard Kleist: Der Boxer



Photo (detail): © Der Boxer, Carlsen Verlag, 2012
Reinhard Kleist: Der Boxer



Foto (Zuschnitt): (c) Reinhard Kleist, Nick Cave And The Bad Seeds, Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2017
Reinhard Kleist: Nick Cave And The Bad Seeds



Foto (Zuschnitt): (c) Reinhard Kleist, Nick Cave And The Bad Seeds, Carlsen Verlag, Hamburg 2017
Reinhard Kleist: Nick Cave And The Bad Seeds



Foto (Zuschnitt): (c) Reinhard Kleist, Nick Cave And The Bad Seeds, Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2017
Reinhard Kleist: Nick Cave And The Bad Seeds



Foto (Zuschnitt): (c) Reinhard Kleist, Der Traum von Olympia, Carlsen Verlag Hamburg, 2015
Reinhard Kleist: Der Traum von Olympia

Von Kritikern gelobt, vom Publikum spät entdeckt
Reinhard Kleist erhielt bereits für sein Debüt Lovecraft (1994), das er während seines Grafik- und Designstudiums entwickelte und entwarf, den begehrten Max-und-Moritz-Preis des Erlanger Comic-Salons. Die Jury war gefesselt von der fantastischen und unheimlichen Geschichte um einen Comic-Zeichner, der während seiner Arbeit an der Biografie eines amerikanischen Horrorschriftstellers mit übersinnlichen Ereignissen konfrontiert wird. Die ausgefeilte Seitenarchitektur, mit der Kleist seine malerischen Comic-Bilder in Szene setzt, tat ihr Übriges. Ein neuer Star der deutschen Comic-Szene schien gefunden. Doch während die Kritiker und Comic-Kenner sein Werk in den höchsten Tönen lobten, sollten sich seine Publikationen als zu sperrig und unkonventionell für große Käuferschichten erweisen. Das hat sich inzwischen geändert. Kleist fand in der Literatur von H. P. Lovecraft, Clive Barker und Oscar Wilde die Inspirationen für den Inhalt sowie für die expressiven Farb- und Formgestaltungen seiner Comics. Aus Wildes Das Bildnis des Dorian Gray und Barkers Menschliche Überreste amalgamierte Kleist das Nachfolgealbum Dorian (1996) und in Das Grauen im Gemäuer (2002) interpretiert er in beispiellosen Schwarz-Weiß-Bildern Kurzgeschichten von Lovecraft. Am Anfang seiner Comic-Karriere arrangierte Kleist mit Vorliebe seine skurrilen und morbiden Erzählungen an apokalyptischen, urbanen Schauplätzen. Die Hintergründe seiner Berlinoir-Serie (zusammen mit Tobias O. Meissner) sind Kulissen und Drehorten der Filme Metropolis, Das Kabinett des Dr. Caligari, Der dritte Mann oder Blade Runner nachempfunden. In der Trilogie projektiert Kleist eine finstere Zukunftsvision der Stadt Berlin, über die eine meuchelmordende Heerschar von Vampiren herrscht. Nur ein paar wenige Rebellen trauen sich, sich gegen die Tyrannen aufzulehnen und führen einen hoffnungslosen Partisanenkrieg im Untergrund. Berlinoir ist ein Glanzstück des fantastischen Comics und zugleich eine bitterböse Politparabel auf gesellschaftliche Begebenheiten in der Metropole.Aus einzelnen Epochen des vergangenen Jahrtausends regeneriert Kleist ein verwirrendes, retrofuturistisches Flickwerk der Zeitgeschichte, in dem es von ästhetischen und politischen Zitaten vom Arbeiterkampf, Faschismus und DDR-Sozialismus bis hin zum Kapitalismus nur so wimmelt. Mit seinen utopischen Comics reagiert Kleist auf wahre Begebenheiten und zeichnet ein vielschichtiges und demaskierendes Porträt der Gesellschaft. Doch Kleist verarbeitet in seinen Comics nicht nur historische Figuren und Ereignisse, sondern auch eigene Eindrücke und Erlebnisse. Im März 2008 reiste er für vier Wochen nach Kuba, um sich ein eigenes Bild von dem Land und seinen Menschen zu machen. In Skizzen, malerischen Illustrationen und Comic-Episoden fängt Kleist die Stimmungen in den Straßen Havannas und die Lebenssituation der Landbevölkerung ein.Havanna – Eine kubanische Reise (2008) ist ein Reisetagebuch. Kleist ist sich durchaus darüber bewusst, dass er während seines kurzen Aufenthalts nicht mehr als nur einen oberflächlichen Einblick in die Kultur und Gesellschaft Kubas erhalten kann. Seine Zeichnungen sind zwar nicht völlig frei von Klischees, dennoch ist seit der Rückkehr seine Meinung über Kuba differenzierter, gerade mit Blick auf die gesellschaftliche Situation in Deutschland.
Kalenderblatt 2020: 18. Oktober
Berlin -
Das aktuelle Kalenderblatt für den 18. Oktober 2020:42. Kalenderwoche, 292. Tag des JahresNoch 74 Tage bis zum JahresendeSternzeichen: WaageNamenstag: Mono, Lukas, GwennHISTORISCHE DATEN2019 - Der Bundestag verabschiedet Neuregelungen bei der Grundsteuer. Die Steuerhöhe soll sich vor allem am Wert der Grundstücke und Gebäude orientieren. Die Länder können selbst entscheiden, ob sie so verfahren. Der Bundesrat stimmt am 8. November zu.2019 - Trotz Kritik an seinem harten Modernisierungskurs wird CSU-Parteichef Markus Söder auf dem Parteitag in München mit 91,3 Prozent im Amt bestätigt.2010 - Chinas Vizepräsident Xi Jinping wird als Vizechef in die mächtige Militärkommission befördert. Das unterstreicht den Status des „Kronprinzen” als voraussichtlichen Nachfolger von Staats- und Parteichef Hu Jintao.2000 - Der amerikanische Kongress beschließt, die Sanktionen gegen Kuba zu lockern. Ausgenommen sein sollen in Zukunft Lebensmittel und Medikamente.1982 - Beginn der Tenniskarriere von Steffi Graf (Eintrag als Profispielerin bei der WTA)1977 - Die Antiterroreinheit GSG 9 des Bundesgrenzschutzes stürmt in Mogadischu (Somalia) die seit dem 13. Oktober entführte Lufthansa-Maschine „Landshut” und befreit die Geiseln.1865 - In Leipzig wird der erste Allgemeine Deutsche Frauenverein (ADF) gegründet.1685 - Mit dem Edikt von Fontainebleau entzieht König Ludwig XIV. Frankreichs reformierter Kirche die rechtliche Grundlage und treibt über 200.000 Hugenotten in die Flucht.1356 - Ein Erdbeben der Stärke 6,6 erschütterte die Stadt Basel. Häuser stürzen ein, Brände brechen aus. Je nach Quelle sterben zwischen 100 und 2000 Menschen.GEBURTSTAGE1984 - Freida Pinto (36), indische Schauspielerin, („Slumdog Millionär”)1968 - Michael Stich (52), deutscher Tennisspieler, Wimbledon-Gewinner 1991, Sportler des Jahres 1991, Olympiasieger zusammen mit Boris Becker im Herren-Doppel in Barcelona 19921962 - Iris Hanika (58), deutsche Schriftstellerin („Treffen sich zwei”, „Echos Kammern”)1960 - Jean-Claude Van Damme (60), belgischer Schauspieler („Bloodsport”, „Harte Ziele”, „Der Legionär”)1920 - Melina Mercouri, griechische Schauspielerin („Stella”, „Sonntags nie”, „Topkapi”), Sängerin und Politikerin, Kulturministerin Griechenlands 1981-1989 und 1993-94, gest. 1994, (nach früheren Angaben 1925 geboren)TODESTAGE2010 - Joachim Herz, deutscher Opernregisseur und Opernintendant, Chefregisseur der Staatsoper Dresden 1981-1991, Intendant der Komischen Oper Berlin 1976-1981, Direktor der Oper Leipzig 1959-1976, geb. 19241990 - Heinz-Oskar Vetter, deutscher Gewerkschaftspolitiker, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) 1969-1982, Mitglied des Europaparlaments 1979-1989, geb. 1917© dpa-infocom, dpa:201005-99-825543/2 (dpa)
Weltstatistiktag am 20. Oktober - Knapp...
Knapp 80 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, doch die notwendigen Hilfsmaßnahmen sind dramatisch unterfinanziert, kritisiert die UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn. Ein aktueller Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR) dokumentiert, dass gerade mal rund 50% der benötigten finanziellen Mittel vorhanden sind. Zehn Programme sind davon besonders betroffen, bei vielen musste die Arbeit des UNHCR teilweise bereits eingestellt werden, weil nicht ausreichend Finanzmittel zur Verfügung standen, u.a. im Südsudan, Somalia oder Syrien. Als Konsequenz haben viele geflüchtete Menschen keinen Zugang zu der oft lebensrettenden Hilfe des UNHCR mehr. Dabei verschärfen die Corona-Pandemie und die kommenden Wintermonate die Situation von Geflüchteten weltweit.„Für die Menschen hinter den Statistiken ist die Entwicklung verheerend: die Flüchtlingszahlen steigen extrem, die Finanzierung dagegen nicht. Wir dürfen die Flüchtlinge nicht sich selbst überlassen“, fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des UN-Flüchtlings-hilfswerk (UNHCR).Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Konflikten, Kriegen, Verfolgungen und Menschenrechtsverletzungen vertrieben wurden, hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Waren es 2009 noch knapp über 43 Millionen Menschen, so sind es jetzt fast doppelt so viele: 79,5 Millionen.  Das notwendige Budget des UNHCR um diesen Menschen zu helfen beläuft sich auf 9,1 Milliarden Dollar, wobei bis Ende August 2020 jedoch nur Mittel in Höhe rund 4,5 Milliarden Dollar zur Verfügung standen - insgesamt weist das Budget des UNHCR eine Finanzierungslücke von 51% auf.Besonders dramatisch ist die Situation im Südsudan: Dort ist die Arbeit des UNHCR nur zu 33% finanziert. Rund 2,3 Millionen Menschen sind in umliegende Länder geflohen, 1,6 Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Dieses niedrige Finanzierungsniveau hat den UNHCR bei seinen Einsätzen im Südsudan und in den Nachbarländern bereits gezwungen, Programme in Bereichen wie Gesundheit, Lebensunterhalt und Infrastruktur zu kürzen, weitere Kürzungen werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 erwartet.Mehr Informationen unter: uno-fluechtlingshilfe.de
Deutscher Afrika-Preis 2020 geht ans...
Obwohl erst 30 Jahre alt, sei Ilwad Elman bereits eine führende Stimme im somalischen Friedensprozess und international gefragte Expertin für Konfliktlösung, begründete die Stiftung ihre Wahl Elmans aus etwa 30 Kandidatinnen und Kandidaten.  In Somalia geboren, musste Ilwad Elman bereits als Zweijährige an der Seite ihrer Mutter aus dem Land fliehen und wuchs in Kanada auf. Ihr Vater Elman Ali Ahmed, ein Elektroingenieur, hatte im bürgerkriegsgeplagten Somalia bereits ein Rehabilitions- und Berufsbildungsnetzwerk für Kindersoldaten und Waisen aufgebaut und blieb im Land zurück.1996 wurde er ermordet. Das Erbe des Vaters Dennoch entschied sich die 19-jährige Elman 2010, das Werk ihres Vaters gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Schwestern vor Ort gegen alle Widerstände fortzuführen und auszubauen. Binnen zehn Jahren baute sie gemeinsam mit ihrer Mutter Fartuun Adan das Elman Peace Center auf - ein effizientes Netzwerk mit heute 172 Mitarbeitern und acht regionalen Filialen. "Ich freue mich sehr über die Anerkennung aus Deutschland", sagte Ilwad Elman der Deutschen Welle in einer ersten Reaktion. "Der Preis ist eine große Ermutigung für unser Team. Er ist wichtig, weil gerade Deutschland in vielen Projekten für uns ein verlässlicher und nachhaltiger Partner ist". Bei ihrer Rückkehr aus Kanada 2010 fand sie sich inmitten eines zerrütteten und gescheiterten Staats wieder, der der grassierenden humanitären Krise kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Weite Teile des Landes und auch der Hauptstadt Mogadischu wurden von der fundamentalistischen Al-Shabaab-Miliz beherrscht. Ilwad Elman sah nicht nur das Vermächtnis ihres Vaters bedroht, sondern erkannte auch viele andere gravierende Fehlentwicklungen. "Gewalt gegen Frauen und Mädchen war an der Tagesordnung, Kinderehen gesellschaftlich akzeptiert. Die konservative somalische Gesellschaft tolerierte das, die politische Elite hat es sogar offen geleugnet." Stark für Jobs und gegen Straffreiheit Das Fundament ihres Vaters, der sich vor allem der Resozialisierung von Kindersoldaten und Bürgerkriegswaisen gewidmet hatte, baute sie gemeinsam mit ihrer Mutter gezielt aus. Ilwad Elman verantwortet unter anderem das viel beachtete Bildungsprogramm "Drop the gun, pick up the pen, ("Legt die Waffen nieder, greift zum Füller"), das bereits Tausenden Jugendlichen eine Rückkehr ins zivile Leben geebnet hat. Das Programm, das neben modernen Therapiemethoden auch kostenlose Handwerkerlehren umfasst, ist wegen seines Erfolgs und innovativer Finanzierungsmodelle mittlerweile auf Mali und die gesamte Tschadsee-Region ausgeweitet worden. Elman Peace setzt sich dafür ein, Frauen bessere Perspektiven zu geben und sexuelle Gewalt zu ächten Mit ihrer Organisation "Sister Somalia" schuf Elman zudem die erste Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt in Somalia. Dass sich dort täglich bis zu 40 vergewaltigte Frauen melden, zeigt, wie dramatisch die Lage ist. Ihre Lobbyarbeit blieb nicht erfolglos: So verabschiedete das Kabinett 2018 zum ersten Mal in der Geschichte Somalias ein Gesetz, das sexuelle Gewalt unter Strafe stellt. Allerdings wird es seither vom Parlament verschleppt und soll aktuell durch eine deutlich abgeschwächte Variante ersetzt werden, die Kritiker als Verhöhnung der Opfer bewerten. "Ein anderes Somalia" Im Privaten musste Ilwad Elman vor wenigen Monaten einen besonders tragischen Schicksalsschlag hinnehmen. Im November wurde ihre Schwester Almaas unter ungeklärten Umständen in Mogadischu erschossen - angeblich von einer verirrten Kugel. Die Ermittlungen scheinen im Sande zu verlaufen, womöglich wird der Mörder nie gefasst. Dennoch hätten sich ihre Mutter und sie nach reiflicher Überlegung entschlossen, in Somalia zu bleiben, sagte Elman der DW. "Unsere humanitäre Arbeit für Frieden, Versöhnung und Chancengleichheit fortzusetzen, ist für uns der beste Weg, Almaas' Vermächtnis zu ehren". Ihr sei sehr bewusst, dass sie eine Vorbildrolle habe. "Somalia ist ein junges Land, drei Viertel der Bevölkerung sind jünger als 30 Jahre. Und die meisten meiner Follower sind Mädchen und junge Frauen. Sie wollen in einem anderen Somalia leben und eine Zukunft haben". Ein Gesetzentwurf gegen sexuelle Gewalt wurde von Präsident Mohamed Abdullahi Farmajos Kabinett ins Parlament eingebracht Längst ist Ilwads Expertise auch außerhalb des Horns von Afrika gefragt. Sie ist eines von zehn Mitgliedern der "Extremely Together Initiative" der Kofi Annan Foundation, die gewalttätigen Extremismus bekämpft, seit 2018 war sie zudem für zwei Jahre als jüngste Beraterin des Peacebuilding-Fonds der Vereinten Nationen tätig. Die Afrikanische Union wählte sie im gleichen Jahr zur "inspierendsten jungen Frau Afrikas"; 2019 wurde sie von den Africa Youth Awards zu den 100 einflussreichsten jungen Afrikanern gezählt, mehrfach für den Friedensnobelpreis gehandelt.  Der Deutsche Afrika-Preis Zu den bisherigen Ehrungen tritt jetzt die Auszeichnung durch die Deutsche Afrika Stiftung. Seit 1993 vergibt sie den Deutschen Afrika-Preis an herausragende Persönlichkeiten des afrikanischen Kontinents, die sich für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen. Wenngleich undotiert, gilt der Afrika-Preis als höchste Auszeichnung seiner Art in Deutschland. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch eine unabhängige Jury und soll zu einem differenzierten Afrikabild beitragen. Im vergangenen Jahr wurde die kenianische IT-Pionierin und Sozialunternehmerin Juliana Rotich geehrt. Weitere Preisträger sind Botsuanas Ex-Präsident Ketumile Masira, das somalische Ex-Model Waris Dirie und der tunesische Gewerkschaftsführer Houcine Abassi. Die Deutsche Afrika Stiftung wird vom Auswärtigen Amt gefördert.